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Am Bienenstand

IMKERN im Monat:

Einwinterung

Das klingt schon komisch, aber wie bringen wir die Bienen über den Winter?

  • Auffüttern wurde bereits Ende August/Anfang September erledigt
  • Gewichtskontrolle
  • Verengung der Fluglöcher auf ca. 10cm
  • Varroabehandlung erfolgt (falls nicht bereits biologisch durchgeführt)
  • Kontrolle Varroafall

Das angenehm warme Wetter nutzen die Bienen zu Blütenbesuchen, besonders, wenn Gründüngung in voller Pracht Flächen schmückt. Untersuchungen der Bieneninstitute haben gezeigt, dass die Spättracht den Bienen nicht schadet. Manche Imker*innen befürchten, dass das späte Abarbeiten die Winterbienen verschleißt und sie dann im Frühjahr das Volk nicht mehr in Entwicklung bringen. Bienenvölker mit Eintrag haben meist ein aktives Brutnest - manche Buckfast-Bienen brüten in milden Wintern einfach durch - sodass Winterbienen weiter entstehen.

Zu milde Winter haben den Nachteil, dass die Bienen nicht zu einer Winterruhe kommen, sondern im Stock herumwuseln und so den Energieverbrauch hochtreiben. Hier ist eine regelmäßige Kontrolle des Stockgewichts (Stockwaage, Kofferwaage) empfehlenswert und ggf ein Nachfüttern erforderlich.

Neben der Einwinterung sind weitere Arbeiten zu erledigen

  • Sicherung der Honigwaben gegen Wachsmotte, Mäuse, Schimmel
  • Altwaben einschmelzen zur Wachsgewinnung
  • Hygieneberichte ggf. vervollständigen und abheften (digital speichern)
  • Rähmchen mit Mittelwänden versehen
  • Honig in Gläser abfüllen

Videos halten sich im Netz hartnäckig und manches, was vor Jahren als richtig angesehen wurde, ist längst überholt. So gibt es die Reihe "Live von Pias Bienenstand 22.10.21", in der Pia Aumeier eine Durchsicht der Völker bei damals zu erwartenden Nachttemperaturen von +2 Grad Anfang Oktober vornimmt. Offene Beuten bei niedrigen Temperaturen sind ein Graus für die Tiere, denn sie brauchen volle 24 Stunden, um wieder auf Temperatur zu kommen. Der Futterverbrauch ist dementsprechend. Für Bernhard Heuvel (Bienen im Kopf, S.228ff.) ist zu der Zeit längst Winterruhe am Bienenstand. Pia empfiehlt, dass das Kondenswasser unter der Abdeckfolie uns nicht stören sollte. Heuvel fragt, wozu man denn überhaupt eine Folie braucht (S.128). Tja, so unterschiedlich kann Imkern sein. Ich jedenfalls weiß, wenn ich den Thermodeckel EckArt benutze, darf ich keine Folie auflegen, da sie die Wirksamkeit des Deckels aufhebt. Aber ein Gitternetz (Fliegengitter, Propolisgitter siehe Tipps und Tricks) ist nötig, damit die Bienen die weiche Thermowallplatte nicht abtragen. Die Frage nach Kondenswasser unter dem Deckel stellt sich nicht.

Und so sehe ich gelassen dem Winter am Bienenstand entgegen, wohl wissend, dass die kommende Kälte alle Insekten in Starre verfallen lässt. Die Hummel-, Wespen-, und Hornissenvölker zerfallen, sterben ab, ihre Königinnen suchen frostfreien Unterschlupf zum Überwintern. Im Frühjahr gehen sie auf Nistplatzsuche, um wieder ein neues Volk aufzubauen. Unsere Honigbienen tricksen diese Zeit aus, sie bleiben aktiv. Dank eingetragener Vorräte ist die Energieversorgung gesichert, erzeugte Wärme hält den Körper fit.

Wie es unseren Völkern geht, wissen wir, wenn wir ein Bienenherz und eine Stockwaage benutzen. Dazu ist eine auskühlende Durchsicht im Oktober i.d.R. nicht nötig.

Wulfhard Matzick