Propolis

Hohlräume oder Spalten in dem Bienenstock, die nur stören oder Zugluft verursachen, werden von den Bienen mit Propolis zugekleistert. Auch raue Oberflächen glätten sie mit diesem Stoff, den sie aus Harzen der Laubbäume (Knospen, Wunden) gewinnen und mit Wachs, Pollen und ätherischen Ölen verkneten. Da im Bienenstock bis zu 35°C bei bis zu 70% Luftfeuchte erreicht werden und es an den vom Brutnest entfernten Wänden zu Kondenswasser kommen kann, ist der Bienenstock durch Schimmelbefall bedroht. Diesem wirken die Bienen mit dem antibiotisch, antimykotisch und antiviral wirkendem  Propolis entgegen.

Wegen der antibakteriellen Wirkung ist die meist äußere Anwendung von Propolisprodukten für den Menschen interessant. Kittharz wird professionell durch aufgelegte Gitter im Bienenstock gewonnen, die die Bienen als störend empfinden und zukitten. Von dem im Gefrierschrank gekühlten und anschließend gebogenem Gitter springt das Propolis ab und kann, in Alkohol gelöst, weiterer Verarbeitung zugeführt werden. In einem Jahr lassen sich 60-100g Kittharz pro Volk ernten.*  Wurden 1975 für  1g reines Propolis  70 Pfennige gezahlt (Vinzenz Weber, München 1975), so werden heute für 1kg rund 120 € verlangt.

Bienen setzen in ihrer Behausung die benötigte Menge Kittharz ein. Sie zu einer unnötig hohen Sammeltätigkeit zu veranlassen, die energieaufwändig ist und  lebensverkürzend wirkt, wollen wir nicht.

*Quellen:

https://www.apitherapie.at/index.php/bienenprodukte-heilwirkung/propolis                          https://www.aspermuehle.de/Bienenprodukte/Propolis-Bio/Propolis-Stuecke-roh-1A-Qualitaet/

Vincent Weber: Das Wachsbuch, München 1975, S.188 ff.