Varroamilbe

Varroa destructor
Mancher Imker mag sich fragen, woher kommt der Name der Varroa? Nun sie ist benannt nach einem römischen Gelehrten Marcus Trerentius-Varro, er verfasste Schriften über die Landwirtschaft.

Die Varroamilbe ist eine ca. 1,1 Millimeter lange und 1,6 Millimeter breite Milbe, die als Parasit an und mit Honigbienen lebt. Die Milbe entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Der Befall von Bienenvölkern durch die Milbenart wird als Varroose bezeichnet.
Die Milbe ist in allen Lebensstadien parasitisch und kommt niemals frei lebend vor, sondern ausschließlich im Inneren von Bienenstöcken, oder auf Bienen. Alle Nymphenstadien und die Männchen leben im Inneren von verdeckelten Brutzellen. Nur die Weibchen kommen auch außerhalb der Zellen vor. Sie sitzen dann normalerweise an der Bauchseite des Hinterleibs von Flugbienen, meist auf der Haut zwischen den Bauchschilden eingebohrt, können aber auch andernorts am Körper sitzen. Gegen das Putzverhalten der Bienen sind sie durch den festen Rückenschild gut geschützt. Die Übertragung der Varroamilbe auf weitere Bienenvölker ist natürlicherweise nur bei direktem Körperkontakt möglich. Dies ist durch fehlorientierte oder nahrungsraubende Arbeiterinnen in fremden Stöcken oder auf Blüten möglich.
Die adulten Varroa-Weibchen saugen zur Nahrungsaufnahme an den Arbeiterinnen, für ihre Vermehrung sind sie aber an die Brutwaben des Bienenstockes gebunden.
Ich möchte hier keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben, das kann jeder in entsprechender Fachliteratur nachlesen.
Anmerken möchte ich aber meine Beobachtungen als Imker.
In diesem Sommer mit großer Hitze und Trockenheit hatten es die Milben schwer zu überleben. Das bestärkt die Aussage verschiedener Experten, dass die Varroa keine Hitze verträgt aufs Neue. Eine "Bienensauna" hatten wir dieses Jahr wohl öfters. Denn in wärmerem, subtropischem oder tropischem Klima wächst die Milbenpopulation langsamer, was jedem zu denken geben sollte.

Eckart Mayer

Wie die Berliner Morgenpost am 23.1.2019 berichtet, haben US-Forscher herausgefunden, dass die Varroa sich nicht von der Hämolymphe, sondern vom Fettkörper der Biene ernährt. Damit schädigt die Milbe die Leberfunktion erheblich, denn der Fettkörper speichert Nahrung und stärkt das Immunsystem; folglich ist die Biene gegenüber Pestiziden und Nahrungsmangel sehr viel angreifbarer geworden. Ob die Erkenntnisse des Forscherteams um Samuel Ramsey der Universität Maryland zu neuen Bekämpfungsmethoden der Milben führen, bleibt abzuwarten.
https://www.morgenpost.de/web-wissen/article216248941/Varroamilbe-schadet-Bienen-anders-als-angenommen.html
Varroabekämpfung