Am Bienenstand

Neben den Beobachtungen am Bienenstand können wir heute dank technischen und chemischen Fortschritts direkt im Bienenvolk Abläufe nachmessen, und damit belegbare Aussagen über die Bienen treffen. Durch ständig verfeinerte Methoden nimmt einerseits die Kenntnis über unsere Insekten zu, andererseits ergeben sich daraus stets neue Fragestellungen.

Wir wollen in unserem Imkerverein An der Trave e.V. neue Erkenntnisse vorstellen und diskutieren, Fortbildung anbieten, und das sich erweiternde Wissen in die Praxis umsetzen. Dazu geben wir auf dieser Seite ohne Besserwisserei und Absolutheitsanspruch Tipps und Anregungen wieder, die helfen können, nach bestem Wissen zu imkern.

Wer Fragen beim Imkern  hat, dem hilft Eckart Mayer gern:                                    E-Mail: eckartmayer@web.de

Tel. 04536 891221
Mobil 0171 4745843                                                           _____________________________________________

Es ist  September und wir sind fertig,

 

-fertig mit dem Auffüttern

-fertig mit der Varroabekämpfung

-und schon längst fertig mit dem Abfüllen des Honigs.

 

Ja, und die Honigwaben sind sicher verstaut.

Wirklich?

Sind die Honigwaben wirklich sicher verstaut?

 

Foto Eckart Mayer Fraß der Wachsmottenraupen an Mittelwänden

Wer sein Wachs nicht schützt, erlebt im Frühjahr eine üble Überraschung.

Foto W.Matzick Beutendeckel perforiert durch Fraß der großen Wachsmotte

Die große Wachsmotte zerstört nicht nur Styrodur, sondern beschädigt selbst Holz.

Bei der Aufbewahrung der leeren Honigwaben in der Zarge oder im Wabenschrank kann man den Zugang mechanisch versperren. Das wäre die erste Sicherheitsstufe, die aber  erfahrungsgemäß allein nicht ausreicht. Daher kann man die Waben zusätzlich mit einer Bakterienbrühe einsprühen (z.B. B401). Wenn die Raupen  der Wachsmotten das Bacillum thuringiensis mitfressen, wird ihr Darmtrakt zerstört und sie sterben ab. Das Bacillum ist laut Hersteller völlig ungiftig und wirkt nur auf Wachsmotten. Eine weitere, biologische Methode wäre das Einsetzen von Schlupfwespen (Trichogramma evanescens, Habrobracon hebetor), die mit ihrem Legestachel Eier in die Raupe legen. Die Maden der Schlupfwespe fressen dann die Raupe der Wachsmotte von innen auf. Die biologischen Methoden funktionieren eigentlich nur, wenn schon ein Befall vorhanden ist. Sie beseitigen die Schädlinge auch nicht zu 100%, d.h. mit einer kleinen Restpopulation an Wachsmotten muss man dabei rechnen, was wiederum den Bestand an intakten Honigwaben reduziert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung der Ameisensäure. Auf jede Honigzarge ein Stückchen Plastikfolie gelegt, darauf ein Schwammtuch mit 100ml AS – und der Zargenturm ist sicher bis zum nächsten Honigernteeinsatz.  Vor seiner Verwendung die Honigräume aber gut ablüften lassen.

Näheres dazu unter:

https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_54400.html#:~:text=Durch%20Bedampfen%20mit%20Ameisens%C3%A4ure%20oder,Ameisens%C3%A4ure%20oder%20Essigs%C3%A4ure%20bedampft%20werden.

Was in der Imkerei beklagt wird, gefällt dagegen im Umweltschutz:

"2017 erschien in der Zeitschrift Current Biology ein Artikel über die Fähigkeit der Larven der Großen Wachsmotte, Polyethylen abzubauen.[1] Polyethylen und das ähnliche Polypropylen sind synthetische Polymere, die aus fossilen Erdölprodukten hergestellt werden. Sie sind biologisch nicht bis nur sehr schwer abbaubar. Sie werden hauptsächlich zur Herstellung von Plastiktüten verwendet, von denen jährlich etwa eine Billion hergestellt werden."(Wikipedia)

Also, gebt der Wachsmotte statt Bienenwachs die Einkaufstüte. Aber denkt daran: Wachsplatten mit Plastikfolie schützen zu wollen, wird nicht klappen.

Foto: C. Matzick Wachsmottenraupe

Dass es sich nicht um eine Made handelt, die fußlos wäre, erkennt man an den je 2 Beinen auf den 3 Brustringen und den runden Bauchbeinen. Die Nachschieber sind ebenfalls für eine Raupe charakteristisch.

Wulfhard Matzick

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch wenn die Bienen noch kräftig eintragen, so ist in der Regel  im August die Zeit des Auffütterns. Das sollte sehr vorsichtig erfolgen, damit das Brutnest nicht zu stark eingeschränkt wird, und die Legetätigkeit der Königin ungestört weitergeht.

Fotos: W,Matzick Wer als Abdeckung hier zusätzlich ein Fliegengitter o.ä. statt Folie verwendet, kann das Flüssigfutter direkt hindurchgießen, ohne dass Bienen oder Wespen hineinfallen. Ansonsten ist Abfischen wegen Krankheitskeimen, Gärhefeneintrag oder Schimmelpilzen dringend geboten.

In so eine Futterzarge der Segeberger Beute passen 10l Flüssigzucker, also hinein damit. Manch einer mag geneigt sein, seinen Bienen einen 15kg-Karton Futterteig in einer leeren Zarge anzubieten.      Aber, wie sagte Imkermeister Hans Beer sinngemäß? Wenn ein Kaninchenhalter 365 Tage im Jahr seine Tiere täglich 2x verpflegen muss, dann kann es in der Imkerei nicht zu viel sein, 5x im Jahr seinen Bienen Futter zu bringen. Also, Flüssigfutter in 5l Portionen geben, das hat bei mir stets erfolgreich geklappt. (Binder empfiehlt sogar 2,5l im wöchentlichen Abstand zu füttern, damit die Legetätigkeit gesteigert wird.)

Ob man dabei Zucker und Wasser im Mischungsverhältnis 2:1, 3:1 gibt, ist nicht entscheidend. Ich bevorzuge das Mischungsverhältnis 1:1 und laufe gern. Kunststück – es sind bei mir ja auch keine 15m zum Stand. Futterteig zum Auffüttern ist problematisch, weil u.a. die Bienen ihn ja verflüssigen und wieder eindicken müssen. Manche Imkerin gibt auch Honig zurück.

Links am Rand der Flasche: Die Skala über 555ml - deutlicher geht nicht!

Natürlich ist jetzt auch die Zeit der Varroabekämpfung. Ameisensäure sollte wegen der Schädigung der Bienen nicht mehr zum Einsatz kommen, aber welches Mittel man auch nimmt, wichtig ist die richtige Dosierung. Jeder Einsatz sollte mit genauer Menge geschehen – und das geht nur mit ordentlicher Spritze. Oder können Sie die Einheiten an der Vorratsflasche lesen? Mal abgesehen davon, dass man gezielt träufeln muss, also die Bienengassen mit einem Auge anpeilen und den Verbrauch im anderen Auge behalten soll? Und keine Bange, eine teure Spritze amortisiert sich durch Langlebigkeit. Da man die Spritze nach Gebrauch reinigt, aber häufig noch einen kleinen Rest Mittel in dem Abfüllbehälter hat, der in 8 Tagen verwendet werden könnte und daher ungern weggeschüttet wird, empfiehlt es sich, für wenige Euro Behälter nachzukaufen. Bei der Lieferung der Spritze ist nämlich oft nur ein Gefäß vorgesehen.

 

Zug bis 5ml eichgenau - Druck je nach Bienenmenge in der Gasse. So läuft es messgenau. Den Behälter mit rotem Deckel habe ich nachgekauft 500 ml passen hinein..

 

Wer mehr wissen will, der kommt zu unserem Treffen am 20.8.2020 - da hat Vereinsfreund E.Mayer Fachkundiges vorbereitet

oder

folgt den Spuren des Imkermeisters Jürgen Binder unter:

https://armbruster-imker.schule/monatsbetrachtung-2019/

Wulfhard Matzick

Imkerverein an der Trave e.V.

Warum wir am Bienenstand unser HANDY immer griffbereit haben sollten, liest Du hier:

http://imker-stormarn.de/notfall-am-bienenstand/

Imkerverein an der Trave e.V.

 

 

 

 

Auch unser Imkerkollege Eckard Moßner, Grabau teilt seine langjährigen Erfahrungen erfolgreichen Imkerns mit der Segeberger Beute DNM mit:                 Das BienenjahrE.M