Am Bienenstand

Durstige = hungrige Bienen

In einer Zeit, in der es trocken ist und Pflanzen kaum noch blühen, muss in der Imkerei nicht nur für den Winter aufgefüttert werden, sondern auch mit Futter über den Herbst geholfen werden. Meine Völker haben

in 16 Stunden 3 Liter Zuckerwasser verarbeitet, d.h. ca. 2,4 kg Zucker

aufgenommen. Bis die Einfütterung abgeschlossen ist, werden 20kg pro Volk benötigt. Regelmäßige Gabe kleiner Futtermengen wird besser angenommen als das Vollkippen der Futterzarge und verhindert das Gären oder Schimmeln des lange stehenden Zuckerwassers.

Notwendig wird jetzt auch die amtlich geforderte Behandlung gegen Varroabefall. Sie soll verhindern, dass Bienenkrankheiten ausbrechen und Völker den Winter nicht überleben.

Diese Jahreszeit ist nach dem Abschleudern des Honigs sehr arbeitsintensiv.

Männliche Mauerbiene (Osmia cornuta) am Echten Alant (Inula helenium)  Foto: W. Matzick

Bienen brauchen LUFT

Der Segeberger Wanderboden mit seinem Bodengitter wurde entwickelt, um bei dem Transport der Beuten zu den Trachtquellen eine möglichst gute Belüftung im Innenraum zu gewährleisten. Anderenfalls, so die Befürchtung, wäre durch das ständige Rütteln der Beuten große Aufregung bei den Bienen, verbunden mit einem nicht mehr zu kontrollierendem Anstieg der Temperatur mit dem Ergebnis, dass sich am Aufstellungsort eine Masse, bestehend aus Wachs, toten Bienen und Honig beim Öffnen des Fluglochs ergießt. Gegen diesen Alptraum hilft der Wanderboden.

Wenn der Boden für gute Lüftung sorgt, kann man ihn auch dauerhaft über das ganze Jahr verwenden. Im Winter fließt das Kondenswasser unten ab, im Sommer haben wir inzwischen an die 40°C und mehr, besonders an sonnenexponierten Standorten, da ist Lüftung eine feine Sache. Schon 1953 experimentierte man mit dem dänischen Drahtboden, der Ende der 60er weite Verbreitung fand (Schundau 1983) und auch heute noch seinen festen Platz im Sortiment der Händler hat. Zusätzlich, um im Winter feuchte Luft aus der Beute abziehen lassen zu können, versuchte man sich mit einem 20mm großen Loch am Deckel (Weiß 1980).

LÜFTUNG ist eine feine Sache?

Vor 1953 war eine möglichst warme Überwinterung  der Bienen in der Imkerei üblich. Und heute? Nach Berechnungen des Luftaustausches, des Kohlendioxidgehaltes sowie der Wärmebilanz (Heuvel 2020) steht fest, dass eine warme Bienenhaltung im Winter – wie auch im Sommer – sinnvoll ist. Zudem stirbt die Varroa bei hohen Temperaturen ab, was die Bienen durch vermehrtes Heizen befördern. Dabei haben sie einen erhöhten Energieverbrauch (Landfester u. Balouchev 2022), d.h. im Ergebnis, Bienenkästen unten immer geschlossen halten.

Ich habe es ausprobiert. Es gibt Boden-Einlegeplatten, die exakt das Gitter verschließen und mit 3,5 cm Randstärke eine ausreichende Dämmung unten ergeben. Keine Wachsschmelze im Stock, kein erhöhter Totenfall – sondern fitte, friedliche Bienen. Keinerlei Auffälligkeiten am Flugloch.

Unten dicht - kein Verbrausen

Allerdings verwende ich einen Thermodeckel und keine Folie(!) als Abschluss (Kocalka 2021). Im Handel werden die Erkenntnisse einer „warmen“ Bienenhaltung berücksichtigt, wie das große Angebot geschlossener Böden zeigt. Es wäre gut, wenn der Thermodeckel (Mayer 2022) sich ebenfalls durchsetzte.

Wulfhard Matzick

TIPP: Wer eine Segeberger Beute benutzt, sollte das Flugloch, das produktionsbedingt über die ganze Zargenbreite reicht, unbedingt verkleinern. 10-15cm Einflugöffnung reichen völlig aus und sollten im Bereich des Brutnestes liegen, weil dort gegen Eindringlinge verteidigt wird. Daher beim Imkern mit angepasstem Brutraum nie den Zugang zum geschiedeten Leerraum legen. Von daher verbietet sich bei dieser Betriebsweise ein Spalt auf ganzer Länge.

 

"In einem Land der Europäischen Union (EU) muss bei Therapienotstand vorrangig ein Mittel eingesetzt werden, das in einem EU-Land zugelassen ist. 85%ige Ameisensäure darf deshalb seit 11. Juli 2014 in Deutschland nur noch als "AMO Varroxal 85% Ameisensäurelösung" eingesetzt werden und nur noch, wenn sie bei Therapienotstand vom Tierarzt verschrieben wird und weil sie seit diesem Stichtag im EU-Land Österreich (dort frei verkäuflich) als "Varroxal" zugelassen ist." (BeeHiveMonitoring per EMail)

Kommentar: Stichtage bleiben ImkerInnen in schmerzhafter Erinnerung

 

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Das Verhalten der Bienen am Stand beobachten und Messungen direkt im Bienenvolk führen zu belegbaren Aussagen. Viele Behauptungen entpuppen sich als Falschmeldungen, wenn man nach Daten fragt. Auch das ständige Hantieren im Brutraum  ist unnötig und stört den Bien gewaltig.                                                            Wir stellen in unserem Imkerverein An der Trave e.V. Ergebnisse vor, diskutieren sie, bieten Fortbildung an, setzen das sich erweiternde Wissen in die Praxis um. Dazu geben wir auf dieser Seite Tipps und Anregungen weiter, die helfen können, nach bestem Wissen zu imkern.

Wir lassen niemanden ratlos!
Wer Fragen zur Bienenhaltung hat, dem hilft Eckart Mayer gern:                            E-Mail: eckartmayer@web.de

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Mobil 0171 4745843

10 Regeln
wie man -mühelos und erfolgreich- zu prall gefüllten Honigtöpfen kommen kann: BinderVersusAumeier
Imkerverein an der Trave e.V.
Imkern in der Segeberger Beute DNM nach Eckard Moßner
Auch unser Imkerkollege Eckard Moßner, Grabau teilt seine langjährigen Erfahrungen erfolgreichen Imkerns mit der Segeberger Beute DNM mit:                 Das BienenjahrE.M