Am Bienenstand

Niemand hört sich am Ende einer langjährigen Tätigkeit an, er habe die ganze Zeit alles falsch gemacht. Das gilt auch für das Imkern. Neben den Beobachtungen am Bienenstand können wir heute dank technischen und chemischen Fortschritts direkt im Bienenvolk Abläufe nachmessen, und damit belegbare Aussagen über die Bienen treffen. Durch ständig verfeinerte Methoden nimmt einerseits die Kenntnis über unsere Insekten zu, andererseits ergeben sich daraus stets neue Fragestellungen.

Wir wollen in unserem Imkerverein An der Trave e.V. neue Erkenntnisse vorstellen und diskutieren, Fortbildung anbieten, und das sich erweiternde Wissen in die Praxis umsetzen. Dazu geben wir auf dieser Seite ohne Besserwisserei und Absolutheitsanspruch Tipps und Anregungen wieder, die helfen können, nach bestem Wissen zu imkern.                               

Bis zum 10. September sollte das Einfüttern am Bienenstand beendet sein. Die Futtermenge kann mit einer Feder-Zugwaage nachgemessen werden, indem man einseitig unter der Beute eine Stange einhakt, an der die Zugwaage befestigt ist, und die Beute durch Hochziehen ankippt. Der abgelesene Wert soll dann verdoppelt das Gesamtgewicht der Beute ergeben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Bienen das Futter auf einer Seite verstärkt einlagern können und empfehle, zur Sicherheit beidseitig zu wiegen.

Als weitere Methode wird das Abschätzen der Futtermenge angegeben. Ein Quadratdezimeter beidseitig verdeckelten Futters auf der Wabe entspricht ca. 300g.

Der Bedarf an Winterfutter wird bei einzargigen Völkern mit 15kg, bei zweizargigen mit 18-22kg angegeben. Durch einen warmen Wintersitz lassen sich einige Kilo einsparen, da die Bienen weniger Energie zum Heizen benötigen. Die Behauptung, Bienen würden nur sich, aber nicht den Raum mit erwärmen, halte ich für falsch. Jeder Heizkörper in unseren Wohnräumen wärmt nicht nur sich, sondern - wie gewollt - den umgebenden Raum. Folglich verliert die Wintertraube der Bienen ständig Wärme an den Beutenraum. In einer möglichst gut gedämmten Behausung können die Bienen Heizenergie - also Winterfutter – einsparen.

In gut durchgewärmten Bienenvölkern hat die Varroa Probleme mit der Fortpflanzung. Mit welchen Maßnahmen wir den Parasiten jetzt eindämmen, schreibt Binder unter                 https://armbruster-imkerschule.de/images/downloads/Monatsbetrachtungen/Monatsbetrachtung%20September%202018.pdf

Die abgeschleuderten Honigwaben  müssen wir vor Wachsmotten sichern, und während der Lagerung in monatlichen Abständen kontrollieren. Die Motten zerstören nicht nur die Waben, sondern können auch Styrodurbeuten perforieren. Besonders die Große Wachsmotte entwickelt eine Zerstörungskraft, die selbst  in den Holzrähmchen Spuren hinterlässt. Zum Schutz der Waben findet man Empfehlungen unter:    http://www.imkerverband.info/up/files/Wachsmotten_BZ9-2006.pdf

 

Genauere Ausführungen, vor allen Dingen auch zur Varroabehandlung, gibt Jürgen Binder unter

https://armbruster-imkerschule.de/images/downloads/Monatsbetrachtungen/Monatsbetrachtung%20Juli%20und%20August%202018.pdf

Und auch dafür - für den guten Start in 2020 - gibt Binder begründete Weisungen:     https://www.bienenjournal.de/aktuelles/monatshinweise/monatshinweise-2019/gesunde-winterbienen-pflege-im-august-entscheidet/

Wulfhard Matzick

 

 

 

 

Foto: Eckart Mayer

Bienen auf Passionsblume

 

 

Auch unser Imkerkollege Eckard Moßner, Grabau teilt seine langjährigen Erfahrungen erfolgreichen Imkerns mit:  Das BienenjahrE.M