Am Bienenstand

Wir können direkt im Bienenvolk Abläufe nachmessen, und damit belegbare Aussagen über die Bienen treffen. Durch ständig  verfeinerte Methoden nimmt die Kenntnis über unsere Insekten zu, die aber auch zu neue Fragestellungen führen.

Wir wollen in unserem Imkerverein An der Trave e.V. Ergebnisse vorstellen und diskutieren, Fortbildung anbieten, und das sich erweiternde Wissen in die Praxis umsetzen. Dazu geben wir auf dieser Seite Tipps und Anregungen wieder, die helfen können, nach bestem Wissen zu imkern.

Wer Fragen beim Imkern  hat, dem hilft Eckart Mayer gern:                                    E-Mail: eckartmayer@web.de

Tel. 04536 891221
Mobil 0171 4745843                                                           _____________________________________________

Foto: Carit Matzick Ein Stein aus einer Steinkette am Wall in Soest

 

APRIL - von kalt bis heiß

An kalten Tagen nur nicht die Beute öffnen, denn wie Messungen von Michael Mietz eindrucksvoll zeigten, brauchen die Völker bis zu 36 Stunden, um wieder auf  normale Temperatur zu kommen. Ausgekühlte Brut stirbt und wird ausgeräumt -also nur - falls doch nötig -  ganz kurz öffnen.

Trotz der kühlen Temperaturen, der spärlichen Blüte ist man immer wieder perplex, wieviel Nektar und Pollen die Bienen eingetragen haben. Da wird es schnell eng im angepassten Brutraum, also Brutwaben schieden, Futtervorräte in den Freiraum hinter das Schied und - trotz wechselnder Temperaturen, den ersten Honigraum aufsetzen.  Bienen heizen sich selbst und die Waben, auf denen sie sitzen, wie Messungen zeigen. Daher keine Bange, dass der Honigraum Wärme abziehen könnte. Ab 15° Grad fließt der Nektar kräftig, d.h. die Bienen brauchen Lagerraum. Wer die Honigzarge zu spät aufsetzt, riskiert, dass  Nektar in den Brutraum eingelagert wird, dort die Brutzellen knapp werden und das Volk Nachschaffungszellen baut. Damit wäre der erste, frühe Schwarm vorprogrammiert. setzt man die Honigzarge um 90° gedreht zum Brutraum auf, füllen die Bienen die Waben gleichmäßig mit Nektar. Bei paralleler Anordnung bliebe der über dem wabenleeren Teil des Brutraums gelegene Teil der Honigzarge ohne Nektareintrag.

Besondere Bedeutung hat auch das Absperrgitter. Es sollte von Wachs gereinigt sein (Heißluft und saugfähiges Papier), auf jeden Fall aus Metall mit umlaufendem Rahmen bestehen und absolut plan sein, damit der Beespace (bienengerechter Durchgang = 6mm) eingehalten wird. Ist er zu eng oder zu weit, so bauen die Bienen ihn mit Propolis oder Wachs zu. Das kann den Durchgang zum Honigraum so erschweren, dass die Bienen den Honigraum meiden und vermehrt in den Brutraum eintragen. Womit wir wieder beim Problem des Schwärmens (s.o.) wären.

Eingetragener Nektar sowie Pollen müssten zur Ernährung reichen. Trotzdem kann man zur Sicherheit den Futtervorrat beobachten. Nachwiegen von Hand oder mit der Funkwaage geben Auskunft,  ohne dass man die Beute öffnen muss. (Eine Anleitung für das Nachfüttern mit Futterteig findet Ihr unter Tipps und Tricks.)

Bis März/Anfang April lässt Bernhard Heuvel die Bienen in Ruhe. "Die Frühjahrsdurchsicht im März oder April ist das größte Übel der heutigen Imkerei. Die Brut verkühlt, die Königin wird oft genug eingeknäuelt, der frische Nektar tropft im April schon aus den Waben und die stille Räuberei wird gefördert, Hinzu kommt noch das Umstellen und Umsortieren von Waben - alles in allem eine vom Imker selbst geschuldete Unordnung, die völlig entgegen die Biologie der Bienen und des Brutnestes arbeitet"(Bienen im Kopf, 2020, S.201) Wir tun gut daran, seinem Ratschlag zu folgen.

Sollte noch jemand eine Folie unter dem Deckel liegen haben, so sollte er sie durch ein Gitternetz (Fliegengitter) ersetzen. Folien hängen durch, haben ihren Tiefpunkt in der Mitte (meist über der Brut), und das Kondenswasser tropft auf die  Bienen. Wer es optimal gestalten will, fertigt sich einen Dämm- oder Wärmedeckel an und leitet damit Wasserdampf aus dem Bienenraum nach außen (vergl. unten).

Varroa liebt kühle Brut. Daher sollte man mit einem geschlossenen Boden für mollige Wärme im unteren Wabenbereich sorgen.

Wulfhard Matzick

Was sonst noch in dieser Wetterwechsel-Zeit zu beachten ist, schreibt Guido Eich unter

https://bienenzuchtverein-gerolstein.de/wp-content/uploads/2020/01/Monatsbetrachtung_2019_04_Guido_Eich.pdf

Imkerverein an der Trave e.V.

12.12.2020  2°C Ergebnis : durch den Normaldeckel verliert das Bienenvolk im Winter reichlich Wärme. Diesen Verlust müssen die Bienen unter intensiver Futteraufnahme kompensieren.

Anders sieht die Geschichte aus, wenn Eckart Mayer seinen Thermodeckel verwendet. Weniger Wärmeverlust, weniger Futterverbrauch - und gesunde Überwinterung für die Bienen.

Leichter Schneegriesel auf der Beute mit Thermodeckel Foto: Eckart Mayer

Wirksamkeit des Thermodeckels nachgewiesen Foto: Eckart Mayer

Klimadeckel - Wirksamkeit einmal anders nachgemessen

Nachdem Eckart Mayer die positiven Eigenschaften seines Klimadeckels für das Beuteninnere anhand von Temperatur- und Relativer-Feuchte-Messungen durch innen und außen angebrachter Sensoren belegen konnte, habe ich den Beutendeckel mit einem Bau-&Holzfeuchtemessgerät untersucht.

Mein Bericht stormarn.de/…/FeuchtemessKlimadeckel.pdf

Wulfhard Matzick

Thermodeckel nach Eckart Mayer        

Wer den Vortrag zum Aufbau und zur Wirkungsweise nachlesen will, kann ihn hier ansehen: Thermodeckel nach EM-April

 

Imkerverein an der Trave e.V.

 

 

Auch unser Imkerkollege Eckard Moßner, Grabau teilt seine langjährigen Erfahrungen erfolgreichen Imkerns mit der Segeberger Beute DNM mit:                 Das BienenjahrE.M