Am Bienenstand

Kirschblüte Foto: W.Matzick

Da reibt man sich verwundert die Augen:

Der erste Schwarm im Jahr

Nun aber den ersten Honigraum aufsetzen. Und wer es nicht gesehen hat: Die erste Generation Hummeln fliegt. Heißt also, dass die Königin nach der Rundumarbeit (Nest bauen, Waben formen, Eier legen, Futter für die Brut ranschaffen und Brut wärmen) sich nun "nur" noch als Stockkönigin verhalten muss. Und weil sie ihre Tätigkeiten nicht optimal erledigen kann, ist die erste Generation im Wachstum zurückgeblieben, also kleiner als normal. Aber sie ist fit und so erreicht die nächste Generation unter ihrer Pflege wieder Normalgröße. Insekten mit vollständiger Metamorphose (Holometabolie) wachsen nur in der Larvenphase und in der Puppenphase, danach ist Schluss. Wer also meint, kleine Käfer können noch groß und stark werden, der irrt. Viel essen bedeutet beim Menschen auch nicht unbedingt Längenwachstum ♥ 

Die Energiebilanz eines Hummelvolkes - Reduzierung eines Volkes auf ein Tier - und der erneute Aufbau durch eine Königin zu einem Volk ist nicht besonders wirtschaftlich und auch sehr riskant für den Fortbestand. Da haben es unsere Bienen besser getroffen: Volle Power von Anfang an, von Winterverlusten einmal abgesehen.

Vorgriff auf den Juni: Ackerhummel (Bombus agrorum) fliegt Blüte der Strauchrose roxburghii an Foto: W.Matzick

 

Trotz des kalten Wetters tobt also in unseren Bienenstöcken das Leben. Brut wächst seit Januar heran, und wenn wir im März nicht bemerkt haben, dass es eng in der Beute wird, dann überrascht uns der Schwarm in der noch kahlen Buchenhecke im April.

Jetzt, im Mai, heißt es, den Einlagerungsraum für Nektar stets groß zu halten, denn ab 15°C -so lautet die Regel - geben die Blüten Stoff. Der wird in den Honigraum gelagert, zur Hälfte eingedickt. Wenn dort kein Platz mehr ist., wird der Brutraum befüllt. Und wenn die Königin dadurch keinen Legeraum mehr hat, geht`s ab als Schwarm in die Hecke.

 

DER APRIL

Wir ImkerInnen sind verpflichtet, mindestens einmal im Jahr eine Behandlung gegen die Varroamilbe durchzuführen. Dazu schreiben das neue Tierarzneimittelgesetz TAMG und die EU-Verordnung für Imkereien in Freizeit, Neben- und Haupterwerb ab 28.1.2022 verbindlich u.a. vor:

  1. In Artikel 106 (1), dass alle Varroazide zulassungskonform anzuwenden sind – auch die frei verkäuflichen.
  2. Eine Buchführung über alle verwendeten Arzneimittel (Artikel 108)

Warum?  Die Milbe ernährt sich von der Biene, und schädigt sie dabei direkt, weil sie deren Eiweißkörper (Energievorrat) abbaut. Zudem werden in die Biene beim Einstich Bakterien und Viren übertragen, die Krankheiten und Wachstumshemmung (z.B. verkrüppelte Flügel) auslösen. Das zusammen kann zum Zusammenbruch ganzer Völker führen; daher ist eine medikamentöse Behandlung unverzichtbar vorgeschrieben.

Medikamente im Honig? Damit keine Medikamente in den Honig gelangen, sind Behandlungen für die Zeit vorgeschrieben, in der keine Honigräume aufgesetzt sind. Damit kommen im Normalfall Honigwaben und Medikamente nie in Berührung. Behandelt wird immer im Brutraum, d.h. im unteren Teil der Beute.

Wenn aber in einer Imkerei für den Brutraum und die Honigräume die gleiche Wabengröße verwendet wird, dann kann es schon einmal zu Verwechslungen kommen und es werden leere Honigwaben im Brutraum verwendet oder es wandern ehemalige Brutraumwaben in den Honigraum. An diesen können Restbestände von Behandlungsstoffen in den Honig verschleppt werden. Hier ist also eine besondere Sorgfaltspflicht und  Achtsamkeit im Imkereibetrieb gefordert.

Imkern mit verschiedenen Wabengrößen? Am Beispiel der Segeberger Beute möchte ich einmal kurz verdeutlichen, wie man den Wabentourismus durch die Beutenräume unterbindet. Alle Rähmchen haben dieselbe Breite, nur in der Höhe unterscheiden sie sich (1,5 NM 34cm, 1NM 22cm, 0,5 NM 11cm). Wer also im angepassten Brutraum mit 1,5 NM arbeitet, wird nie damit in den Honigraum gelangen. Das System lässt es nicht zu und den HonigkundInnen wird leicht verständlich, dass bei der Betriebsweise des angepassten Brutraums keine Belastungen des Honigs durch imkerliches Arbeiten entstehen. Bereits von Weitem kann man das am Bienenstand an der Höhe der Zargen erkennen.

Nachhaltigkeit Honiggläser und Deckel werden in der Regel von den KundInnen an die ImkerInnen zurückgegeben, gereinigt und neu befüllt. Das geschieht jedem Glas einmal im Jahr. Die Einlegpappe wird bei jeder Befüllung erneuert und bis auf den Ersatz eines beschädigten Plastikdeckels fällt nichts weiter an, sodass die Gläser jahrzehntelang im Kreislauf sind. Und was ist mit den Beuten?  Manche meiner Styroporbeuten sind  seit 30 Jahren in Gebrauch, eine von Holzbeuten selten erreichte Lebensdauer.

Wulfhard Matzick

 

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Das Verhalten der Bienen am Stand beobachten und Messungen direkt im Bienenvolk führen zu belegbaren Aussagen. Viele Behauptungen entpuppen sich als Falschmeldungen, wenn man nach Daten fragt. Auch das ständige Hantieren im Brutraum  ist unnötig und stört den Bien gewaltig.                                                            Wir stellen in unserem Imkerverein An der Trave e.V. Ergebnisse vor, diskutieren sie, bieten Fortbildung an, setzen das sich erweiternde Wissen in die Praxis um. Dazu geben wir auf dieser Seite Tipps und Anregungen weiter, die helfen können, nach bestem Wissen zu imkern.

Wir lassen niemanden ratlos!
Wer Fragen zur Bienenhaltung hat, dem hilft Eckart Mayer gern:                            E-Mail: eckartmayer@web.de

Tel. 04536 891221
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Imkerverein an der Trave e.V.

Imkern in der Segeberger Beute DNM nach Eckard Moßner

Auch unser Imkerkollege Eckard Moßner, Grabau teilt seine langjährigen Erfahrungen erfolgreichen Imkerns mit der Segeberger Beute DNM mit:                 Das BienenjahrE.M