IMKERN im Monat:
Mai

Kurz vor der Verdeckelung der Drohnenwabe begeben sich die Weibchen der Varroa in die Zellen und lassen sich mit der Bienenmade einschließen. Sie legen Eier, ihre Nachkommen ernähren sich von der Bienenbrut. Die sich verpuppende Biene wird durch Entzug von Körpermasse ( Eiweißkörper) und durch Infektionen in ihrer Vitalität erheblich geschädigt. Weil die Varroa bevorzugt Drohnenzellen aufsucht, kann man ihre Vermehrung bremsen, indem man die Wabe kurz vor dem Schlupf entfernt und vernichtet. Wenn ich die Drohnenwabe entferne, vermehren sich nur die Varroen, die in eine weibliche Bienenzelle aufsuchen und ich betreibe eine einseitige Selektion der Varroa. Kann das heißen, dass ich Varroen züchte, die sich verstärkt auf Arbeiterinnenzellen spezialisieren? Diese Befürchtung konnte das Bieneninstitut Kirchhain widerlegen.
Jetzt im Mai
müssen die Honigräume aufgesetzt werden. Mittlerweile sind wir beim dritten Aufsatz DNM bzw. bei der 6. Halb-zarge. Ist der Honigraum zu etwa ein Drittel mit Bienen besetzt, folgt die nächste Zarge. Zu wenig Raum führt dazu, dass die Bienen im Brutraum den Nektar unterbringen. Damit wird das Brutnest eingeschränkt und das Volk gerät in Schwarmstimmung. Auch sollte man im Brutraum das Platz-angebot auf 6 Waben (gilt für 1 1/2 DNM) allmählich anpassen.
Etwa mit der Blüte des Hollunders steigt die Möglichkeit des Schwärmens. In diesem Jahr hat das bereits begonnen, und der Tipp mit dem Hollunder hat versagt. Trotzdem sollte man die Schwarmkontrolle durchführen, was sich allerdings bei drei aufgesetzten Honigzargen altersbedingt als etwas mühsam erweist. B. Heuvel empfiehlt, sich die zentrale Wabe des Brutnestes anzuschauen. Ist sie mit Pollen und Nektar großflächig besetzt, rät er nach Weiselzellen zu suchen. Ist dort aber ein normales Brutnest, herrscht keine Schwarmstimmung. Leichter hat man es, wenn man ein Bienenherz (beehivemonitoring.com) einsetzt. Dieser kleine Sensor misst die Flügelfrequenz der Bienen, also ihr Summen, und sendet auf das Handy, wenn die Stimmung steigt.
Wulfhard Matzick